Wichtig: Auswischen von Blumenuntersetzern, die ins Haus geholt wurden!
Der Parasitologe Hans-Peter Führer weist darauf hin, dass wir unabsichtlich den Tigermücken beim Überwintern helfen, wenn die Eier beispielsweise mit Blumenuntersetzer ins Haus geholt wurden. Wichtig ist es, all diese Gefäße, die wir mit ins Haus bzw. Keller gebracht haben, auch gut auszuwischen, denn die Eier befinden sich an der Oberfläche der Gefäße, die im Freien standen und in denen sich Wasser angesammelt hatte. Die gute Nachricht, alle Tigermückeneier, die sich im Freien befinden, werden wohl erfroren sein.
Abb. 1: Abbildung 38: Verteilung der monatlich gefangenen adulten (erwachsenen) Gelsen auf Überschwemmungs-Gelsen (Aedes), Fieber-Gelsen (Anopheles) und Haus-Gelsen (Culex und Culiseta) in 2025, aufsummiert über alle teilnehmenden 9 Projektgemeinden.
Ähnliches Bild wie im Vorjahr bei den Haus-Gelsen, diese nahmen mit den Temperaturen und Regenfällen zu und wurden mit sinkenden Temperaturen wieder weniger. Mit einer Außnahme im Juli, da der Juni sehr trocken war. Da es heuer nur ein kleines und regionales Hochwasser an der Unteren March (Ende Juli) gab, schossen die Zahlen der Überschwemmungs – Gelsen in diesem Bereich für ein paar Wochen in die Höhe. Alles in allem war 2025 ein sehr gelsenarmes Jahr.
Abb. 2: Anzahl an Haus- und Überschwemmungs-Gelsen im Jahr 2024; aufsummiert über alle teilnehmenden 9 Projektgemeinden.
Wie man in der oberen Abbildung deutlich erkennen kann, stieg die Anzahl der adulten Hausgelsen (siehe punktierte Trendlinie) mit den Sommermonaten an und sank wieder mit der kühlen Jahreszeit. Überschwemmungsgelsen hatte ihr Hoch natürlich nach jedem Hochwasser: Juni (Donau), Juli (obere March), September (überall).
Diese Graphik bestätigt, dass die Hausgelsen sich besonders gut im Sommer vermehren und es dafür kein Hochwasser braucht, es reichen kleinste Wasseransammlungen in unseren Gärten ohne ihre Fressfeinde.
Am besten noch im Winter, alle ruhenden Gelsen im Haus und Keller auffinden und einsaugen oder anders eliminieren. Sobald die Temperaturen wieder steigen und der Frühling Einzug hält, suchen die Gelsenweibchen bereits eine günstige Wasserstelle auf und legen ihre Eischiffchen mit 150 bis 300 Eiern ab. Darum nicht einfach abwarten, sondern handeln!
Was können wir tun? Alle Räume, vor allem auch den Keller nach ruhenden Gelsen absuchen. Oft sitzen diese regungslos an den Wänden und warten auf den Frühling um wieder aktiv zu werden.
Wer einen Teich im Garten hat
Teiche für Amphibien zugänglich und attraktiv machen!
Molche fressen um die 100 Gelsenlarven (Stadium IV) am Tag! Wasserinsekten (Wasserwanzen, Wasserkäfer, und aquatische Insektenlarven fressen auch Gelsenlarven), ein Teich reguliert also ganz von selbst Gelsen
Teichmolch beim LuftholenKarausche; Fische fressen 300 – 1200 Gelsenlarven pro TagTeichmolch frisst 100 Gelsenlarven pro TagTeich zugänglich für AmphibienWasserfroschWassertonnen, die nicht zum Trinken sind, Abdecken!
Veröffentlicht unterNeuigkeiten vom Gelsenprojekt|Kommentare deaktiviert für Fallende Temperaturen lockten die Haus-Gelsen ins Haus zum Überwintern!
Nachdem es Ende Juli zu kleineren Überschwemmungen an der Donau und unteren March bei Markthof gekommen ist, kam Anfang August ein Trupp aus Freiwilligen zusammen um gegen die unzähligen Gelsenlarven vorzugehen.
Bereits Freitag Nachmittag wurden manche Lacken mit Bti behandelt, einige Lacken sind zum Glück bis Sonntag ausgetrocknet und alle restlichen Stellen wurden dann noch erledigt.
Wie die Nachkontrolle zeigte, war der Einsatz der Bewohner ein voller Erfolg. In den Lacken wurden nur mehr tote Gelsenlarven gefunden, wo es am Tag zuvor noch, nur so wimmelte von Gelsenlarven.
Zwischenbericht zum West Nil Virus von der AGES ist da: alle Proben wurden negativ auf das West-Nil Virus getestet!
Alle zwei Wochen werden an verschiedensten Standorten in Österreich Gelsenfallen aufgestellt und die gefangenen Gelsen an die AGES geschickt, die dann die Gelsenart bestimmt und auf das West-Nil Virus untersucht.
„Die Halbe Saison liegt bereits hinter uns! Im Juli blieb das Gelsenaufkommen weiterhin deutlich unter dem Vorjahr; so wurden bisher etwa 25% weniger Gelsen gefangen als 2024.In KW 28 wurden 572 Gelsen gefangen, in KW 30 waren es 765. Die am meisten gefangene Gelsen stammen von unserer Haupt-Zielart, der Gemeinen Stechmücke (Culex pipiens/torrentium; 499 in KW 28 und 641 in KW 30). Die meisten Gelsen wurden Anfang Juli in LOB in der Steiermark (73), BOT in Wien (44) und BRT in Oberösterreich (42), Ende Juli in LLI in Tirol (175), LOB in der Steiermark (66) und URS in Salzburg und WLS in Oberösterreich (jeweils 41) jene mit den meisten Gelsen.“ (AGES)
Auch vier Standorte entlang der March (Hohenau, Angern, Marchegg, Schlosshof) sind bei der Auswertung dabei. Bisher waren darin 186 Gelsen gefangen worden.
Im folgendem Video der AGES kann man sehen, wie dieser Vorgang vonstatten geht.
Uns als Verein liegen diese Region, ihre Natur und ihre Bewohner*innen am Herzen. Zu den Bewohner*innen zählen natürlich die Menschen, aber auch Tiere, Pflanzen, Pilze und Bakterien (hier kommt die begeisterte Biologin durch ;-)).
Hier in dieser Region gibt es eine ganz wunderbare Artenvielfalt in den Augebieten: Feenkrebse und Triops, oft als „Urzeitkrebse“ bezeichnet, verschiedene Wasserkäfer, Libellen und ihre Larven, Köcherfliegen und winzige Krebstiere wie Muschel- sowie Ruderfußkrebse und Wasserasseln. Dazwischen wuseln rote Süßwassermilben im Wasser herum.
Diese Tiere vertragen Bti, sofern es mit der korrekten Dosierung ausgebracht wird (deshalb gibt es bei uns Schulungen, Kontrollen, Vorgaben etc.), gut – andere Mittel wie z. B. Alphacypermethrin hingegen nicht.
Auch die nächste Generation hat es verdient eine möglichst gesunde, gut erhaltene, artenreiche Natur vorzufinden. Wir sollten stolz auf die Biodiversität (Artenvielfalt) in unseren Augebeiten sein!
Veröffentlicht unterNeuigkeiten vom Gelsenprojekt|Kommentare deaktiviert für Warum Bti und nicht einfach irgendein anderes, billigeres Mittel?
Ovitrap monitoring of alien mosquito species in Austria 2024 by AGES (Austrian Agency for Health and Food Safety GmbH)
Laut eines Forscherteams gibt es bereits 45 krankheitsübertragende Gelsenarten, die in Regionen eingeschleppt wurden, in denen sie ursprünglich nicht vorkamen. Haupttreiber an der Verschleppung ist der weltweite Handel mit Autoreifen und Wasserpflanzen, heißt es in dem Artikel in der Presse; siehe folgenden Link dazu:
Zur Information: Ovitraps sind Eiablagefallen (siehe Jahresbericht)
Die Lokalisation SLH (Schlosshof, Gemeinde Engelhartstetten) liegt im Weinviertel, Niederösterreich, hier konnte auch 2023 Aedes japonicus nachgewiesen werden
Im Rahmen der Gelsenregulierung in den March-Thaya-Auen sind wir auf die Mithilfe motivierter, einsatzfreudiger Freiwilliger angewiesen, deren Augabe es ist das biologische Mittel BTI mittels Rückenspritze im Augebiet auszubringen.
Zeitraum: Tageweise in den Monaten April bis September
Ausrüstung: Wird zur Verfügung gestellt
Die Tätigkeit erfordert Verlässlichkeit, körperliche Belastbarkeit und zeitliche Flexibilität.
Vor dem ersten Arbeitseinsatz erfolgt eine umfangreiche Einschulung.