Heuer wurde zum zweiten Mal ein gemeinsames Interreg Projekt, diesmal von insgesamt 24 Gemeinden von beiden Seiten der March eingereicht und genehmigt. Hauptanliegen ist ein koordiniertes und gemeinsames Vorgehen gegen das Massenauftreten von Gelsenlarven nach Überschwemmungen und die Aufklärung der Bevölkerung wie man „Hausgelsen“ vermeidet, sowie Monitoring von gebietsfremden Arten.
Die untenstehende Liste zeigt einen Teil der genehmigten Projekte der 5. Projektauswahlrunde (ganz unten unser Projekt – Mosquito SK-AT)
Veröffentlicht unterNeuigkeiten vom Gelsenprojekt|Kommentare deaktiviert für Die Temperaturen steigen und somit auch die Aktivität der Hausgelsen! Vermeidet Brutstätten der Gelsen im eigenen Garten! Ein Video der AGES zeigt uns wie:
In drei Regionen in Österreich (Wien, Graz, Linz) hat sich die Asiatische Tigermücke bereits etabliert, sonst tritt sie noch sporadisch auf. Auch die Japanische Buschmücke wurde vielerorts gemeldet. Durch Mithilfe der Bevölkerung indem auffällige Gelsen über eine App gemeldet werden, erreicht die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) einen erheblichen Datengewinn was die Verbreitung bestimmter Gelsenarten betrifft (AGES Jahresbericht_Mosquito_Alert_2025.pdf). Da diese Arten nicht nur besonders lästig (auch tagaktiv) sind, sondern auch Überträger von 20 verschiedenen Krankheitserregern sein können, werden diese Daten immer mehr an Bedeutung gewinnen. https://www.ages.at/forschung/wissen-aktuell/detail/mosquito-alert-jahresbericht-2025?sword_list%5B0%5D=Gelsen&no_cache=1
Die gebietsfremden Arten werden eher mehr durch den Klimawandel statt weniger wie es bei der Hausgelse den Anschein macht. Mehr unter dem Link: https://science.orf.at/stories/3233791/
Wichtig: Auswischen von Blumenuntersetzern, die vorm Winter ins Haus geholt wurden!
Der Parasitologe Hans-Peter Führer weist darauf hin, dass wir unabsichtlich den Tigermücken beim Überwintern helfen, wenn die Eier beispielsweise mit Blumenuntersetzer ins Haus geholt wurden. Wichtig ist es, all diese Gefäße, die wir mit ins Haus bzw. Keller gebracht haben, auch gut auszuwischen, denn die Eier befinden sich an der Oberfläche der Gefäße, die im Freien standen und in denen sich Wasser angesammelt hatte. Die gute Nachricht, alle Tigermückeneier, die sich im Freien befinden, werden wohl erfroren sein.
„Um die Ausbreitung der Tigermücke in Österreich einzudämmen oder zu verlangsamen, brauche es auch ein gezieltes Monitoring wie in Form von „Mosquito-Alert“ (unten Link dazu) sowie das Vermeiden „von offenen Wasserflächen, die sich als Bruthabitat eignen, in befallenen Gebieten“. Für letzteres sei vor allem eine entsprechende Information der Bevölkerung wichtig. „Auch wenn eine Ausrottung wenig wahrscheinlich ist, so reduziert auch eine verlangsamte Ausbreitung die Gesundheitsrisiken“, sagte der Ökologe.“
Tigermücken haben einen weißen Streifen am Rückenschild und weiße Streifen auf Körper und Beinen. Schon mal wo gesehen? Wenn sich die Gelegenheit bietet, am besten fotografieren (siehe unten) und über die App „Mosquito Alert“ melden! Dieses ist ursprünglich durch ein Citizen Science Projekt in Spanien entstanden, ein österreichischer Partner dazu ist die AGES. Mittlerweile ist es europaweit anwendbar und jeder kann sich die gesammelten Daten auch ansehen. Es ist somit ein wichtiges Instrument im Monitoring der obengenannten gebietsfremden Gelsenarten.
Melde gebietsfremde Gelsenarten über die App „Mosquito Alert“:
Abb. 1: Abbildung 38: Verteilung der monatlich gefangenen adulten (erwachsenen) Gelsen auf Überschwemmungs-Gelsen (Aedes), Fieber-Gelsen (Anopheles) und Haus-Gelsen (Culex und Culiseta) in 2025, aufsummiert über alle teilnehmenden 9 Projektgemeinden.
Ähnliches Bild wie im Vorjahr bei den Haus-Gelsen, diese nahmen mit den Temperaturen und Regenfällen zu und wurden mit sinkenden Temperaturen wieder weniger. Mit einer Außnahme im Juli, da der Juni sehr trocken war. Da es heuer nur ein kleines und regionales Hochwasser an der Unteren March (Ende Juli) gab, schossen die Zahlen der Überschwemmungs – Gelsen in diesem Bereich für ein paar Wochen in die Höhe. Alles in allem war 2025 ein sehr gelsenarmes Jahr.
Abb. 2: Anzahl an Haus- und Überschwemmungs-Gelsen im Jahr 2024; aufsummiert über alle teilnehmenden 9 Projektgemeinden.
Wie man in der oberen Abbildung deutlich erkennen kann, stieg die Anzahl der adulten Hausgelsen (siehe punktierte Trendlinie) mit den Sommermonaten an und sank wieder mit der kühlen Jahreszeit. Überschwemmungsgelsen hatte ihr Hoch natürlich nach jedem Hochwasser: Juni (Donau), Juli (obere March), September (überall).
Diese Graphik bestätigt, dass die Hausgelsen sich besonders gut im Sommer vermehren und es dafür kein Hochwasser braucht, es reichen kleinste Wasseransammlungen in unseren Gärten ohne ihre Fressfeinde.
Die Temperaturen steigen wieder und der Frühling hält Einzug, die Gelsenweibchen der Hausgelenarten suchen bereits wieder nach günstigen Wasserstellen um ihre Eischiffchen mit 150 bis 300 Eiern abzulegen. Darum nicht einfach abwarten, sondern handeln!
Was können wir tun?
Regentonnen mit einem Netz abdecken, Gießkannen und andere Gefäße, in denen sich Regenwasser ansammeln kann, umdrehen. Wasseransammlungen in Blumenuntersetzern und ähnlichem, einmal wöchentlich entleeren. Und wer in einem Tigermückengebiet lebt (siehe Karte unter: https://map.mosquitoalert.com/en), sollte zusätzlich die Gefäße in denen sich Wasser angesammelt hatte, gut auswischen (Eier kleben an Gefäßwand oberhalb der Wasseroberfläche)!
Teiche für Amphibien zugänglich und attraktiv machen!
Molche fressen um die 100 Gelsenlarven (Stadium IV) am Tag! Wasserinsekten (Wasserwanzen, Wasserkäfer, und aquatische Insektenlarven fressen auch Gelsenlarven), ein Teich reguliert also ganz von selbst Gelsen
Teichmolch beim LuftholenKarausche; Fische fressen 300 – 1200 Gelsenlarven pro TagTeichmolch frisst 100 Gelsenlarven pro TagTeich zugänglich für AmphibienWasserfroschWassertonnen, die nicht zum Trinken sind, Abdecken!
Veröffentlicht unterNeuigkeiten vom Gelsenprojekt|Kommentare deaktiviert für Bei den warmen Temperaturen die derzeit tagsüber herrschen, suchen sich die Hausgelsenarten bereits wieder geeignete Wasserstellen zur Eiablage!
Nachdem es Ende Juli zu kleineren Überschwemmungen an der Donau und unteren March bei Markthof gekommen ist, kam Anfang August ein Trupp aus Freiwilligen zusammen um gegen die unzähligen Gelsenlarven vorzugehen.
Bereits Freitag Nachmittag wurden manche Lacken mit Bti behandelt, einige Lacken sind zum Glück bis Sonntag ausgetrocknet und alle restlichen Stellen wurden dann noch erledigt.
Wie die Nachkontrolle zeigte, war der Einsatz der Bewohner ein voller Erfolg. In den Lacken wurden nur mehr tote Gelsenlarven gefunden, wo es am Tag zuvor noch, nur so wimmelte von Gelsenlarven.
Zwischenbericht zum West Nil Virus von der AGES ist da: alle Proben wurden negativ auf das West-Nil Virus getestet!
Alle zwei Wochen werden an verschiedensten Standorten in Österreich Gelsenfallen aufgestellt und die gefangenen Gelsen an die AGES geschickt, die dann die Gelsenart bestimmt und auf das West-Nil Virus untersucht.
„Die Halbe Saison liegt bereits hinter uns! Im Juli blieb das Gelsenaufkommen weiterhin deutlich unter dem Vorjahr; so wurden bisher etwa 25% weniger Gelsen gefangen als 2024.In KW 28 wurden 572 Gelsen gefangen, in KW 30 waren es 765. Die am meisten gefangene Gelsen stammen von unserer Haupt-Zielart, der Gemeinen Stechmücke (Culex pipiens/torrentium; 499 in KW 28 und 641 in KW 30). Die meisten Gelsen wurden Anfang Juli in LOB in der Steiermark (73), BOT in Wien (44) und BRT in Oberösterreich (42), Ende Juli in LLI in Tirol (175), LOB in der Steiermark (66) und URS in Salzburg und WLS in Oberösterreich (jeweils 41) jene mit den meisten Gelsen.“ (AGES)
Auch vier Standorte entlang der March (Hohenau, Angern, Marchegg, Schlosshof) sind bei der Auswertung dabei. Bisher waren darin 186 Gelsen gefangen worden.
Uns als Verein liegen diese Region, ihre Natur und ihre Bewohner*innen am Herzen. Zu den Bewohner*innen zählen natürlich die Menschen, aber auch Tiere, Pflanzen, Pilze und Bakterien (hier kommt die begeisterte Biologin durch ;-)).
Hier in dieser Region gibt es eine ganz wunderbare Artenvielfalt in den Augebieten: Feenkrebse und Triops, oft als „Urzeitkrebse“ bezeichnet, verschiedene Wasserkäfer, Libellen und ihre Larven, Köcherfliegen und winzige Krebstiere wie Muschel- sowie Ruderfußkrebse und Wasserasseln. Dazwischen wuseln rote Süßwassermilben im Wasser herum.
Diese Tiere vertragen Bti, sofern es mit der korrekten Dosierung ausgebracht wird (deshalb gibt es bei uns Schulungen, Kontrollen, Vorgaben etc.), gut – andere Mittel wie z. B. Alphacypermethrin hingegen nicht.
Auch die nächste Generation hat es verdient eine möglichst gesunde, gut erhaltene, artenreiche Natur vorzufinden. Wir sollten stolz auf die Biodiversität (Artenvielfalt) in unseren Augebeiten sein!
Veröffentlicht unterNeuigkeiten vom Gelsenprojekt|Kommentare deaktiviert für Warum Bti und nicht einfach irgendein anderes, billigeres Mittel?
Ovitrap monitoring of alien mosquito species in Austria 2024 by AGES (Austrian Agency for Health and Food Safety GmbH)
Laut eines Forscherteams gibt es bereits 45 krankheitsübertragende Gelsenarten, die in Regionen eingeschleppt wurden, in denen sie ursprünglich nicht vorkamen. Haupttreiber an der Verschleppung ist der weltweite Handel mit Autoreifen und Wasserpflanzen, heißt es in dem Artikel in der Presse; siehe folgenden Link dazu:
Die AGES führt jedes Jahr Artbestimmung von einer Vielzahl an Gelsen-Eiern durch und verfasst dazu einen Jahresbericht. Dadurch lassen sich leicht eingeschleppte Arten finden, die sich bereits fortpflanzen.
Zur Information: Ovitraps sind Eiablagefallen (siehe Jahresbericht)
Die Lokalisation SLH (Schlosshof, Gemeinde Engelhartstetten) liegt im Weinviertel, Niederösterreich, hier konnten auch vergangenes Jahr (2025) so wie schon im Jahr 2023 Aedes japonicus (Japanische Buschmücke) nachgewiesen werden.
Tabelle 1: Anzahl der Gelseneiner pro Standort im Jahr 2025
Im Rahmen der Gelsenregulierung in den March-Thaya-Auen sind wir auf die Mithilfe motivierter, einsatzfreudiger Freiwilliger angewiesen, deren Augabe es ist das biologische Mittel BTI mittels Rückenspritze im Augebiet auszubringen.
Zeitraum: Tageweise in den Monaten April bis September
Ausrüstung: Wird zur Verfügung gestellt
Die Tätigkeit erfordert Verlässlichkeit, körperliche Belastbarkeit und zeitliche Flexibilität.
Vor dem ersten Arbeitseinsatz erfolgt eine umfangreiche Einschulung.