Die Gelsensaison 2015 hat begonnen

Gelsenwehr_Hohenau_April2015

Die Hohenauer Gelsenwehr in den Marchauen im Einsatz.

Nach einem sehr feuchten Herbst und Winter hat heuer die Gelsensaison schon früh begonnen. Gleich im April, am 04.04.2015 mit einem Hochwasser von 4.18 m Pegelstand Hohenau wurden weite Teile der Au geflutet. So wurden die im Verein biologische Gelsenregulierung zusammengeschlossenen Gemeinden früh aus der Winterruhe wachgeschüttelt und mussten sofort im ganzen Gebiet umfassende Kontrollen der Brutstätten der Gelsen in der Au durchführen und die Larvenbestände erfassen  und kartieren. Aufgrund der noch recht niedrigen Temperaturen vor allem in den Nächten entwickelten sich nicht in allen potenziellen Brutstätten Gelsenlarven, es wurden aber doch in allen Gemeinden zumindest einige Brutstätten mit massenhafter Gelsenentwicklung festgestellt, die ein Eingreifen notwendig gemacht haben.

Einschulung der Gelsenwehren den Gemeinden haben begonnen

Wie es die gesetzlichen Auflagen vorschreiben werden jedes Jahr die freiwilligen Helfer und Bauhofmitarbeiter der „Gelsenwehren“ in einem mehrstündigen Schulungskurs auf die Einsätze vom hauptamtlichen Biologen des Vereins vorbereitet. Hierbei werden in Theorie und Praxis die folgenden Themen behandelt:

  • Allgemeine Biologie der Gelsen,
  • Einführung in die biologische Gelsenregulierung,
  • Dosierungen bei BTI-Anwendungen und handelsübliche BTI-Formulierungen,
  • Ausbringungsmethoden und Handhabung der Rückenspritzen,
  • Beprobung der Gewässer und Protokollierung der Daten,
  • Arbeitsschutz und Sicherheitsvorkehrungen beim Ausbringen von BTI

Einsätze der Gelsenwehren im April nach Hochwasser

In den Gemeinden Hohenau, Ringelsdorf, Drösing Jedenspeigen, Dürnkrut, Angern und Marchegg waren die speziell eingeschulten Gelsenwehren in der 2. und 3. Aprilwoche intensiv im Einsatz und sind mit Rückenspritzen und unserem biologischen Präparat BTI den großen Mengen an Gelsenlarven zu Leibe gerückt. An den Einsätzen waren bisher mehr als 42 Personen beteiligt. Nach jedem BTI Einsatz werden alle Brutstätten genau kontrolliert und es konnte wieder einmal ein sehr guter Erfolg der Regulierungs-Maßnahmen festgestellt werden.

Hubschraubereinsatz am Samstag den 18.04.2015

Da es in den Gemeinden Hohenau, Ringelsdorf und Jedenspeigen einige große schwer begehbare Brutstätten mit Massenentwicklung von Gelsenlarven gab wurde der Einsatz des Hubschraubers notwendig. Nach ausgiebiger Vorarbeit im Gelände wurden die zu befliegenden Flächen digitalisiert und in das bestehende elektronische Kartensystem integriert. Dabei wurden auf bestimmte ökologisch wichtige Aspekte wie Horste von seltenen Brutvögeln wie Greife, Störche und Reiher besonders Rücksicht genommen und diese weit möglichst ausgespart aus den zu befliegenden Flächen. Diese Daten wurden dann an die Hubschrauberfirma weitergeleitet und in deren GPS System eingespeist, so kann der Pilot im Einsatz metergenau die zu behandelnden Flächen anfliegen. Auch hier bescheinigten die am folgenden Tag durchgeführten Nachkontrollen am Boden sehr gute Erfolge der BTI Anwendung.

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