Jahresbericht 2016

2016 ein erfolgreiches Jahr für die Biologische Gelsenregulierung mit extrem unterschiedlichen Verhältnissen in den nördlichen und südlichen Mitgliedsgemeinden.

Das vergangene Jahr 2016 war insgesamt gesehen ein erfolgreiches Jahr für den Verein biologische Gelsenregulierung an Thaya und March. Als erste Aktivität im frühen Frühjahr wurden in allen Gemeinden Schulungen durchgeführt um die Mitarbeiter der Gemeinden und freiwillige Mitbürger der „Gelsenwehren“ mit den technischen, biologischen und praktischen Anforderungen des Projektes biologische Gelsenregulierung vertraut zu machen. Auch die Ausrüstungen und Materialien wurden vorbereitet für die neue Saison.

Erste kleinflächige Einsätze der Einsatzkräfte im März und April galten den so genannten „Wald- oder Frühjahrsgelsen“. Diese Gelsenarten treten in nur einer Generation auf in beschatteten Tümpeln in Waldbereichen im frühen Frühjahr und sind extrem temperatur-unempfindlich. Da sie in feuchten Jahren große Populationen bilden und auch weit wandern können, ist die aufmerksame Kontrolle der Waldgelsen und deren Regulierung wichtiger Teil eines erfolgreichen Programms.

Nach einem relativ feuchten Winter gab es im April und Mai dann die ersten kleineren Hochwässer an der March, die nur die niedrigeren Bereiche der Au betrafen. Örtliche begrenzte Regulierungsmaßnahmen mit Gelsenwehren wurden in mehreren Gemeinden, so in  Hohenau, Ringelsdorf-Niederabsdorf, Drösing, Jedenspeigen und Dürnkrut durchgeführt. Wie schon in den vergangenen Jahren wurden sehr gute Resultate bei den Einsätzen erzielt, was auf die gute Schulung der Einsatzkräfte und die hohe Wirksamkeit des verwendeten biologischen Regulierungsmittels BTI zurückzuführen ist. Es wurden überflutete Weichholzauen, Wiesen und Pappelkulturen behandelt.

Ab dem Sommer waren die Wasserstände der beiden Flüsse March und Thaya zwar sehr niedrig, aber die wiederholten kurzen Regenfälle reichten aus um eine Vielzahl kleiner Brutstätten insbesondere für die Hausgelsen zu schaffen und so waren unsere Einsatzkräfte mit genauen Kontrollen insbesondere der innerörtlichen Brutstätten und deren Regulierung durchaus beschäftigt. Diese innerörtlichen Kontrollen übernahmen in einigen Gemeinden die geschulten Mitarbeiter der Bauhöfe, in anderen die Gruppen von Freiwilligen. Das Ergebnis aller Einsätze mit einem extrem gelsenarmen Sommer war für die Bevölkerung sehr zufrieden stellend.

Ganz anders verlief das Jahr in unseren beiden südlichen Gemeinden Marchegg und Engelhartstetten. Immer wenn die Donau Hochwasser führte wurden durch den Rückstau in der Unteren March weite Bereiche der Au überflutet. Schon im Frühjahr begannen die ersten ausgedehnten Überflutungen, die besonders die Umgebung von Markhof und die Lange Lusse von Marchegg betrafen. Insgesamt gab es in den Monaten Mai bis Ende August 12 Gelsen-relevante Hochwässer von über 4 m Pegelstand Thebnerstraßl, wie auch auf der Grafik mit den Wasserständen der Donau zu sehen ist.

MesswerteSo wurden hier wiederholt Einsätze mit lokalen Gelsenwehren notwendig. Bei drei großflächigen Überflutungen wurden Hubschraubereinsätze durchgeführt, insgesamt wurden bei den Heli-Einsätzen im Mai, Juli und August ca. 83,7 ha aus der Luft behandelt. Obwohl die Einsätze aus der Luft gut organisiert und erfolgreich verliefen, wurden im Juli 2016 insbesondere in Marchegg Heimatland und Bahnhof ein vermehrtes Auftreten von Gelsen festgestellt.

Durch die systematische Untersuchung der fliegenden (adulten) Gelsen mit speziellen Fallen (mit Trockeneis – CO2) konnte festgestellt werden, dass ein Großteil dieser Plagegeister aus den nahe liegenden Schutzgebieten, insbesondere der „Nani-Au“ südwestlich von Marchegg kamen und einem besonders dicht mit Schilf bewachsenem Gebiet nahe Heimatland. Die Lufteinsätze im Bereich der gefluteten Au von Markthof erwiesen sich als besonders erfolgreich. Damit dies auch 2017 wieder so ist, laufen bereits die Vorbereitungsarbeiten.

Mit großem Dank an alle freiwilligen Helferinnen und Helfern verbleiben:

Bürgermeister Robert Freitag und Diplom Biologe Hans Jerrentrup
als Vorsitzender bzw. Fachkraft des Vereins zur biologischen Gelsenregulierung.

Waldgelsenregulierung

Einsatz mit der Rückenspritze

Gelsenbrutstaette_March

Gelsenbrutstätte im Augebiet

 

 

 

 

 

 

 

 

Hausgelsenbrutstaette

Brutstätte von Hausgelsen

Schöpfprobe aus einer Gelsenbrutstätte

Schöpfprobe aus einer Gelsenbrutstätte

Helieinsatz

Einsatz des Helikopters in Engelhartstetten

 

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