Gelsen-Regulierungen nach Hochwasser

Die Donau staut sich im Bereich der unteren Marchauen zurück und bildet Gelsenbrutstätten

Die Donau staut sich im Bereich der unteren Marchauen zurück und bildet Gelsenbrutstätten

In einem insgesamt sehr trockenen ersten Halbjahr 2012 gab es im März zwei Hochwasserwellen auf der March, die auf Grund der Jahreszeit nur zu vereinzelten und lokalen Gelsenaufkommen führten. Da diese sogenannten „Frühjahrsgelsen“ nicht oder wenig wandern, wurden keine Regulierungsmaßnahmen durchgeführt.

Am 14. Juni 2012 gab es ein kleines Hochwasser an der March (mit 3,51 m Pegel Hohenau) und Thaya. Hier kam es zu einigen überschwemmten Flächen mit massiver Gelsenlarvenentwicklung. Unsere Gelsenwehren waren daher am 18. Juni dort im Einsatz und haben sehr erfolgreich eingegriffen.

Wie allgemein bekannt ist, arbeiten wir nur mit BTI – einem 100 % biologischen Regulierungsmittel das in Wasser aufgelöst durch Rückenspritzen ausgebraucht wird und nur speziell auf Gelsen wirkt, aber alle anderen Lebewesen im Wasser unbehelligt lässt. Die nachträgliche Erfolgskontrolle bestätigte das erfolgreiche Arbeiten der Wehren. Klar ist das natürlich in der Aue, insbesondere in den Wäldern jetzt schon einige Gelsen auftreten, was natürlich verständlich ist da nie komplett alle Larven erwischt werden und man natürlich auch nicht vergessen darf, dass unsere Nachbarn in Tschechien und der Slovakei keinerlei Regulierungsmaßnahmen machen und Gelsen leider keine Staatsgrenzen kennen und stark (ein)wandern (bis zu 12 km).

Bei diesem Hochwasser wurden auch in folgenden Gemeinden erfolgreiche Einsätze durchgeführt: Drösing, Jedenspeigen und Angern an der March – jeweils mit lokalen Gelsenwehren.

Die Situation in Marchegg und Engelhartstetten, die beide auch zu unserem Arbeitsbereich zählen, ist die Situation völlig anders, da hier der Einfluss der Donau besonders bemerkbar ist. Wenn die Donau Hochwasser führt kann das Wasser der March nicht abfließen und es bildet sich ein Rückstau, der bis nach Marchegg zurückwirkt und sehr große Aueflächen überflutet in den sich dann gewaltige Mengen an Gelsenlarven entwickeln. Da die Donau durch Schneeschmelze schon im Mai überdurchschnittlich viel Wasser hatte kam es im Mai und Juni durch Starkregenereignisse zu 4 Hochwasserwellen mit Überflutungen in unseren beiden südlichen Gemeinden. So waren in Marchegg 2 Mal und in Engelhartstetten – Markthof  4 Mal die Gelsenwehren unterwegs und haben mit den großen Überflutungsflächen unter schwierigen Bedingungen recht erfolgreich gegen die Gelsen gekämpft.

 

Hausgelsenerfassung Hohenau: Eine erste systematische Erfassung der  Hausgelsen im Kanalsystem (Regenablaufgulis in den Straßen der Stadt) Anfang Juli ergab, dass sich leider auch hier – wenn stehendes Wasser in den Absetzbecken bestehen bleiben  – viele Hausgelsen entwickeln. Es wurde daher beschlossen in regelmäßigen Abständen durch Gemeindeangestellte mit Rückenspritzen gegen die nächtlichen Plagegeister vorzugehen. Aber auch alle Bürger sollten jetzt im Sommer darauf achten, dass in den Gärten, Vorgärten und Schuppen – auch am Kellerberg – keine offenen Wasserbehälter stehen, da sich auch dort sofort ausreichende Mengen an Hausgelsen entwickeln können. Ein offenes Regenfass oder alter Autoreifen mit Wasser reichen schon für eine ganze Nachbarschaft!

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