{"id":128,"date":"2012-09-13T10:20:20","date_gmt":"2012-09-13T08:20:20","guid":{"rendered":"http:\/\/mta-gelsen.at\/wordpress\/?page_id=128"},"modified":"2022-03-31T14:38:16","modified_gmt":"2022-03-31T12:38:16","slug":"wirkstoff","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/mta-gelsen.at\/?page_id=128","title":{"rendered":"Wirkstoff"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der biologische Stoff zur Regulierung der Gelsen &#8211; BTI<\/strong><\/p>\n<p>BTI (<em>Bacillus thuringiensis israelensis<\/em>) ist ein bodenlebendes Bakterium, dass \u00fcberall auf der Welt nat\u00fcrlich im Boden vorkommt. Es produziert einen Eiwei\u00dfstoff, welcher in der Lage ist, Larven von Stechm\u00fccken (Culicidae) und wenigen anderen Familien der Zweifl\u00fcgler (Diptera: Nematocera) abzut\u00f6ten. Das Bakterium \u00a0wurde 1976 in Israel zum ersten Mal isoliert, daher der Name &#8222;israelensis&#8220;. Mittlerweile wird es j\u00e4hrlich weltweit im Tonnenma\u00dfstab zur Bek\u00e4mpfung von Stech- und Kriebelm\u00fccken eingesetzt. Aufgrund seiner hohen Selektivit\u00e4t, die im Wesentlichen auf dem komplizierten Zusammenspiel von Verdauungsenzymen und Rezeptorproteinen der M\u00fcckenlarven basiert, stellt die Anwendung von BTI die bislang umweltschonendste Methode der Stechm\u00fcckenbek\u00e4mpfung dar.<\/p>\n<p>Der aktive Stoff \u00a0von BTI ist ein Eiwei\u00dfstoff, der von den Bakterien im Laufe ihres Lebenszyklus produziert wird. Um wirksam werden zu k\u00f6nnen, muss das Protein von den M\u00fcckenlarven gefressen werden. Im Darm der Larven wird das Protein selektiv in kleinere Untereinheiten verdaut. Die Zellen auf der Innenseite des Mitteldarms der M\u00fcckenlarven besitzen Rezeptoren, an denen die bei der Verdauung entstandenen Untereinheiten anbinden k\u00f6nnen. Dies f\u00fchrt zur Zerst\u00f6rung der Darmzellen und f\u00fchrt letztendlich zum Tod der Larve. Der \u201eVerdauungsprozess\u201c und das Zusammenspiel von Protein-Untereinheiten und Zellrezeptoren erfolgt \u00e4u\u00dferst spezifisch, so dass au\u00dfer den Stechm\u00fcckenlarven eine Sch\u00e4digung anderer wasserlebender Organismen ausgeschlossen werden kann, sofern die vorgegebene Dosis eingehalten wird.<\/p>\n<p>Da das BTI in den Verdauungstrakt aufgenommen werden muss, ist eine M\u00fcckenbek\u00e4mpfung nur im Larvenstadium m\u00f6glich. Sowohl gegen die Puppen, die keine Nahrung mehr aufnehmen, als auch gegen die fliegenden adulten Stechm\u00fccken\/Gelsen ist die Verwendung von BTI wirkungslos.<\/p>\n<p>Die Toxin produzierenden Bazillen k\u00f6nnen gro\u00dftechnisch gez\u00fcchtet und das Protein \u201egeerntet\u201c werden. Verwendet werden ausschlie\u00dflich die Proteine und nicht lebende Bakterien.\u00a0Bei unserem Projekt zur Gelsenregulierung werden nur zwei Formulierungen verwendet:<\/p>\n<ul>\n<li>BTI-Puder (fr\u00fcher WDG, jetzt WG), welches zu Suspensionen, d. h. in Wasser aufgel\u00f6st wird und mit R\u00fcckenspritzen ausgebracht wird<\/li>\n<li>BTI-Granulat (G), das mit dem Hubschrauber verwendet wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei sachgem\u00e4\u00dfem Umgang mit BTI besteht keine Gefahr f\u00fcr Mensch und Natur aus.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber konventionellen Insektiziden weist die BTI-Methode einige wesentliche Vorteile auf:<\/p>\n<ul>\n<li>BTI ist hoch selektiv nur gegen M\u00fcckenlarven wirksam<\/li>\n<li>BTI kann auch in Bereichen eingesetzt werden, in denen Vorbehalte gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Insektiziden bestehen<\/li>\n<li>BTI wird gegen Stechm\u00fccken-Larven eingesetzt, d. h. eine Plage wird bek\u00e4mpft bevor sie entstehen kann und die Fl\u00e4che ist erheblich geringer als wenn fliegende Insekten bek\u00e4mpft werden m\u00fcssten<\/li>\n<li>es m\u00fcssen keine chemischen Insektizide gro\u00dffl\u00e4chig ausgebracht werden<\/li>\n<\/ul>\n<p>Resistenzen gegen\u00fcber BTI sind bisher unbekannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der biologische Stoff zur Regulierung der Gelsen &#8211; BTI BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) ist ein bodenlebendes Bakterium, dass \u00fcberall auf der Welt nat\u00fcrlich im Boden vorkommt. 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